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Der Gedenkort - die Stele
Der Gedenkort Synagoge und die Stele
Gedenkort und Stele sind den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Taunussteins gewidmet, die während der nationalsozialistischen Herrschaft Opfer von Unrecht und Gewalt wurden.
Der Gedenkort
Als repräsentativer Standort wurde das Rasenstück vor dem Wehener Schloss, Weiherstraße Nummer 6 in Taunusstein-Wehen, ausgewählt. Die Synagoge der ehemaligen Cultusgemeinde Wehen befand sich an der gegenüberliegenden Straßenseite, etwa auf Höhe der Hausnummer 15. Das schlichte zweigeschossige Gebäude war um 1800 errichtet worden. Im Zuge der Pogrome um den 9. November 1938 wurde auch die Wehener Synagoge zerstört.
Die Stele
Die Bemaßung der Schauseite des rechteckigen Steins mit geraden Kanten ist mit einer Höhe von 1 Meter 95 und einer Breite von 60 Zentimetern dem menschlichen Körpermaß angenähert. Im oberen Drittel hat der Stein einen Ausschnitt in Form eines Davidsterns. Die Innenfläche des Ausschnitts ist poliert und blattvergoldet. Die Oberfläche des restlichen Steins ist regelmäßig schraffiert. Für die Realisation standen diverse Steinsorten, überwiegend außereuropäischer Herkunft, zur Auswahl. Die Wahl fiel auf einen Stein heimischer Provenienz. Der grünliche Diabas stammt aus einem Steinbruch bei Dillenburg.
Das Informationsportal
Die Stele wird an ihrem Standort von einer ebenerdig eingelassenen Texttafel mit Widmung begleitet. Die Tafel ist darüber hinaus mit einem QR-Code versehen, der mit dem Informationsportal verlinkt. Darüber sind ausführliche Informationen zur jüdischen Geschichte Taunussteins abrufbar. Die Grundausstattung besteht aus Texten des Museums im Wehener Schloss. Darunter auch die Namen und weitere personenbezogene Rechercheergebnisse zu den jüdischen Bewohnerinnen und Bewohnern während der Zeit des Nationalsozialismus. Damit erhält das generalisierte Gedenken eine personalisierte, namentliche und ortsspezifische Erweiterung. Grundsätzlich ist das Portal für Ergänzungen und Erweiterungen auch von weiteren Autoren offen.
Die Realisation
Gedenkort und Stele wurden 2020 vom Magistrat der Stadt Taunusstein der Öffentlichkeit übergeben. Dem vorausgegangen waren die Konzepterstellung und Projektbetreuung durch das Stadtmuseum Taunusstein. Auch der Entwurf stammt aus dem Museum im Wehener Schloss. Die handwerkliche Ausführung wurde vom Steinmetzbetrieb Albert Herrmann und Söhne, Wiesbaden, erbracht.
