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Beschlussvorschlag:

Elektroautos stellen im Falle eines Brandes Feuerwehren vor Aufgaben, die bei bisherigen Verbrennungsmotoren nicht bekannt sind. Bei dem sog. „Thermische Durchgehen“ entsteht eine Kettenreaktion, bei der sich ein E-Auto immer wieder neu entzünden kann. Die Folge daraus ist eine größere Hitzeentwicklung, längeres Brennen sowie Freiwerden von Dämpfen und Säuren. Es gibt mehrere Methoden diese Problematik effektiv anzugehen.

Da die Nutzung von E-Autos stetig wächst, hier möchte ich auch auf den Einsatz der Taunussteiner Kleinbusse im „On-Demand“ Betrieb hinweisen, bitte ich den Magistrat um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Welche Form zur Brandbekämpfung wird in Taunusstein zum Einsatz kommen?
  2. Wurden die Taunussteiner Feuerwehren schon entsprechend geschult?
  3. Sieht der Magistrat einen entsprechenden Handlungsbedarf für diese Brandbekämpfung vor?

 

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Sachverhalt:

Die Anfrage wird wie folgt beantwortet:

 

zu 1.:

Aktuell wird in Taunusstein zur Brandbekämpfung das Löschmittel Wasser herangezogen. Erfahrungsberichte anderer Feuerwehren haben aufgezeigt, dass ein Löschen von brennenden Akkus in einem Kraftfahrzeug mit einem erhöhten Wasserverbrauch und einhergehend mit einem höheren Zeitansatz möglich ist. Ein Ablöschen mit Sonderlöschmittel dagegen führt zu keinem nachhaltigen Löscherfolg.

 

Einige Feuerwehren haben bereits sogenannte „Abklingbecken“ beschafft. Dies sind in der Regel Abrollbehälter in Muldenform für Wechselladerfahrzeuge, die als Wasserbecken verwendet werden. In diese Mulden werden die E-Fahrzeuge eingestellt, um eine dauerhafte Kühlung der Akkumulatoren zu gewährleisten.

Allerdings ergeben sich für diese Feuerwehren, die ein solches System bereits verwenden, weitere Fragestellungen:

- das eingebrachte Wasser muss nach dem Einstellen der E-Fahrzeuge aufwendig und kostenintensiv entsorgt werden, da dieses bedingt durch die Rückstände kontaminiert ist.

- die Verbringung des betroffenen Fahrzeuges zu dem Standort des Abklingbeckens stellt eine weitere große Herausforderung dar, da viele Abschleppunternehmen ein Transport von havarierten E-Fahrzeugen aus Sorge eines Brandes auf dem Abschleppfahrzeug ablehnen.

- nach dem Abkühlen finden sich keine geeigneten Entsorgungsunternehmen, die eine Entsorgung des E-Fahrzeuges gerade wegen des evtl. beschädigten Akkus übernehmen.

 

In Taunusstein ist eine Beschaffung solcher Abklingbecken als Abrollbehälter nicht vorgesehen, da auch keine Trägerfahrzeuge (Wechselladerfahrzeuge) in der Feuerwehr Taunusstein vorhanden sind.

 

zu 2.:

Alle Taunussteiner Stadtteilfeuerwehren erstellen jährlich einen Übungs- und Ausbildungsdienstplan, auf dem immer verschiedene Themenschwerpunkte enthalten sind. Die Auswahl der aktuellen Themenschwerpunkte obliegen den jeweiligen Wehrführungen. Aktuell sind bereits einige Ausbildungseinheiten absolviert worden, die das Thema „Alternative Antriebe bei Kraftfahrzeugen“ beinhalteten. Ein separate, stadtweite Ausbildungseinheit ist bislang nicht durchgeführt worden.

 

zu 3.:

Aufgrund der Tatsache, dass wie in 1. geschildert, ein Ablöschen von brennenden E-Fahrzeugen mit ausreichend Wasser möglich ist, werden seitens des Magistrates keine Handlungsbedarfe gesehen.

 

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass das in der Anfrage beschriebene „Thermische Durchgehen“ kein neues Phänomen bei ausschließlich E-Fahrzeugen darstellt, sondern bereits bei Akkus von Mobiltelefonen, E-Bikes, E-Roller etc. auftreten kann bzw. bereits auch in Taunusstein aufgetreten ist und zu Einsatzlagen der Feuerwehr Taunusstein geführt hat.

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